Präsentation

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Amtsgericht Marburg

Lage

Das Amtsgericht Marburg befindet sich zusammen mit dem Landgericht und der Staatsanwaltschaft in dem Behördenkomplex „Universitätsstraße 48“.

Gerichtsorganisation

Das Amtsgericht Marburg gehört als der Teil der ordentlichen Gerichtsbarkeit neben den Amtsgerichten Biedenkopf, Frankenberg, Kirchhain und Schwalmstadt zum Bezirk des Landgerichtes Marburg. Es wird von dem Direktor des Amtsgerichts geleitet. Ihm stehen ein stellvertretender Direktor und eine weiterere aufsichtsführende Richterin sowie der Geschäftsleiter und eine stellvertretende Geschäftsleiterin zur Seite.

Aufgaben

Die Geschäfte des Amtsgerichts Marburg erledigen:

  • 17 Richterinnen und Richter
  • 18 Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger
  • 5 Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher
  • 48 Beamtinnen und Beamte im mittleren Dienst bzw. Angestellte
  • 4 Wachtmeisterinnen und Wachtmeister.

Die Richter und Rechtspfleger des Gerichtes sind im Rahmen ihrer Rechtsprechungsaufgaben unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen (Art. 97 Abs. 1 GG).

Durch zahlreiche Zuständigkeitserweiterungen in den letzten Jahren haben die Amtsgerichte heute eine umfassende Zuständigkeit auf fast allen Rechtsgebieten.

In Zivilsachen ist das Amtsgericht die erste Instanz für bürgerlich-rechtliche Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von 5.000,00 Euro.

In Wohnraummietsachen und Streitigkeiten nach dem Gesetz über das Wohnungseigentum und das Dauerwohnrecht besteht diese Wertgrenze nicht.

In Strafsachen ist das Amtsgericht zuständig, wenn eine Freiheitsstrafe nicht über vier Jahre zu erwarten und nicht mit einer Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus oder in der Sicherungsverwahrung zu rechnen ist. Weiter entscheidet das Amtsgericht über den Erlass von Haftbefehlen und Maßnahmen im Rahmen des Ermittlungsverfahrens.

Das Familiengericht entscheidet unabhängig vom Streitwert in allen Sachen betreffend Scheidung, Sorgerecht, Umgang, Unterhalt und sonstige Streitigkeiten zwischen Ehegatten und zwischen geschiedenen Eheleuten.

Die Betreuungsabteilung ist insbesondere für die Bestellung und Überwachung von Betreuerinnen und Betreuern und für Unterbringungssachen zuständig.

In der Nachlassabteilung werden die öffentlichen Aufgaben im Zusammenhang mit einem Erbfall wahrgenommen, wie zum Beispiel Testamentshinterlegung und Erteilung von Erbscheinen.

Die Insolvenzabteilung bearbeitet Verfahren nach deutschem und europäischem Insolvenzrecht.

In der Grundbuchabteilung werden insbesondere Anträge bearbeitet, die sich auf Eintragungen, Löschungen und Veränderungen im Grundbuch beziehen.

Das Handelsregister A und B sowie das Partnerschafts-, Genossenschafts- und Vereinsregister werden in der Registerabteilung geführt.

Darüber hinaus ist das Amtsgericht für weitere Aufgaben, insbesondere in der Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung und Beratungshilfe zuständig.

Das Amt der Datenschutzbeauftragten wird von Frau Amtsrätin Brühl ausgeübt.

Ausbildung

Das Amtsgericht Marburg ist in die Ausbildung von Beamtinnen und Beamten des mittleren und gehobenen Dienstes (Rechtspflegeranwärter*innen) eingebunden. Aktuell werden rund 20 Anwärter ausgebildet.

Rechtspfleger sind in Deutschland fachjuristisch qualifizierte Beamte des gehobenen Justizdienstes an Gerichten und Staatsanwaltschaften, die die durch das Rechtspflegergesetz (RPflG) übertragenen Aufgaben in den Aufgabengebieten der Gerichte selbständig wahrnehmen.

Ebenso wie Richter sind Rechtspfleger in ihren Entscheidungen nicht von Weisungen eines Vorgesetzten abhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden.

Rechtspfleger absolvieren ein rund dreijähriges duales Studium an einer staatlichen Fachhochschule in Rotenburg/Fulda mit berufspraktischen Ausbildungsabschnitten bei Gerichten und Staatsanwaltschaften.

Beamtinnen und Beamte des mittleren Justizdienstes sind bei Gerichten und Staatsanwaltschaften tätig. Zu ihren Aufgaben gehören in erster Linie die Abwicklung des Geschäftsbetriebes in der Geschäftsstelle, also die Verwaltung der Akten, der Umgang mit dem Publikum, sowie die Aufnahme von Anträgen und Erklärungen. Weitere wichtige Aufgaben sind die Protokollführung bei Gerichtsverhandlungen, die Anordnung von Zustellungen und Ladungen sowie die Verwaltung der gerichtlichen Zahlstelle.

Die zweijährige Ausbildung erfolgt gleichfalls in Rotenburg/Fulda mit berufspraktischen Ausbildungsabschnitten bei Gerichten und Staatsanwaltschaften.