20 Jahre Zeugenbetreuung bei dem Landgericht Frankfurt am Main

Die Zeugenbetreuung des Landgerichts Frankfurt feiert am 01. August 2013 ihr zwanzigjähriges Jubiläum.

Seit dem 01. August 1993 ist beim Landgericht Frankfurt am Main eine Zeugenbetreuung eingerichtet, deren Mitarbeiter Zeugen informieren, beraten und in die Verhandlung begleiten, wenn diese vor das Gericht geladen werden. Neben der psychosozialen Betreuung und Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen werden von der Zeugenbetreuungsstelle auch Kinder während der Zeugenaussage ihrer Eltern beaufsichtigt.

Im Rahmen familiengerichtlicher Streitigkeiten sind Kinder zu betreuen, die in oft langwierigen Sorge- und Umgangsverfahren angehört werden. Auch besteht eine enge Kooperation mit dem 2001 eröffneten Trauma- und Opferzentrum Frankfurt.
„Für viele dieser Menschen, die vor Gericht aussagen sollen, bedeutet schon die Zustellung der Ladung Aufregung und Beunruhigung“, so Landgerichtspräsident Klaus Scheuer. „Sie fühlen sich unsicher, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt, kennen sehr häufig die Institution Gericht und die damit verbundenen Abläufe nicht.“

Viele Zeugen, die körperlich und/oder seelisch verletzt wurden, verkraften den zum Tatzeitpunkt erlittenen Kontrollverlust und die damit verbundenen Gefühle von Angst, Ohnmacht und Hilflosigkeit nur sehr schwer. Mit dem Näherrücken des Gerichtstermins nehmen die Tat und deren Folgen noch einmal einen großen Raum im Leben der Betroffenen ein. In dieser Situation bietet die Zeugenbetreuung eine wichtige Unterstützung.

Zum Hintergrund:

Die Zeugen- und Kinderbetreuungsstelle am Landgericht Frankfurt am Main wurde am 06.August.1993 förmlich eröffnet. Das Bundesland Hessen war Vorreiter bei der Einrichtung von Zeugenbetreuungsstellen in der Justiz. Jährlich werden von der Zeugenbetreuung bei den Justizbehörden in Frankfurt am Main 2500 Zeugen, davon 150 bis 200 Kinder, informiert, beraten und betreut.

Jeder Bürger ist verpflichtet, als Zeuge vor Gericht seinen Beitrag zur Wahrheitsfindung zu leisten. Für die entstehenden Kosten wie Fahrtkosten oder Verdienstausfall steht ihm eine Entschädigung zu. Eine Falschaussage kann mit Geld- oder Haftstrafe geahndet werden. Eine Informationsbroschüre „Zeuge vor Gericht“ ist auf den Seiten des Hessischen Ministeriums für Justiz (www.hmdj.hessen.de) eingestellt.

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Pressesprecher: Herr Dr. Arne Hasse
Richter am Landgericht, Pressesprecher Zivilsachen
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