Betrügerischer Kleiderkreisel

Eine erst 15jährige ist von dem Jugendgericht des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter anderem wegen gewerbsmäßigen Betruges in 5 Fällen verwarnt worden. Ferner wurde ein Freizeitarrest verhängt und der Jugendlichen auferlegt, binnen 5 Monaten 80 Stunden gemeinnützige Arbeit zu erbringen.

Die 15-jährige nicht vorbestrafte Schülerin hatte sich nach der Trennung ihrer Eltern auf das Internetgeschäft mit gefälschten hochwertigen Taschen verlegt, die sie unter anderem über das Internetportal „Kleiderkreisel“ zum Verkauf anbot. Dabei bot die Jugendliche erstmals kurz nach ihrem 14. Geburtstag unter anderem Originaltaschen der Marke Louis Vuitton über das Internet zu einem Verkaufspreis von 350,00 € bis 500,00 € zum Verkauf an. Die Käuferinnen erhielten nach erfolgter Zahlung entweder minderwertige Fälschungen der Taschen oder gingen gänzlich leer aus. In einem Fall wurde der Käuferin von der Jugendlichen unter Vortäuschung der Lieferung lediglich eine nicht existente Sendungsnummer mitgeteilt.

Das auf diese Weise von den Käuferinnen erlangte Geld gab die Jugendliche, die nach den Feststellungen des Urteils auf der Grundlage der erfolgten Hausdurchsuchung bereits über eine „überdurchschnittlich großzügige Garderobe verfügte“, selbst zum Erwerb von Kleidungsstücken für den Eigengebrauch aus.

In dem Urteil stellte das Gericht fest, dass die Angeklagte bereits die ausreichende Reife besaß, um das Unrecht ihrer Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Dementsprechend erfolgte neben der jugendgerichtlichen Verwarnung auch die Verhängung eines Freizeitarrests. Mit der zusätzlich verhängten Arbeitsauflage im Umfang von 80 Stunden gemeinnützige Arbeit soll die Jugendliche einen Teil der von ihr begangenen Taten wieder gut machen, indem durch die Anrechnung dieser Arbeiten über einen sogenannten Täter-Opfer-Fonds die Betrugsopfer entschädigt werden sollen. Bei der für eine Ersttäterin deutlichen Strafzumessung spielte für das Gericht nicht nur das besonders professionelle und planvolle Vorgehen bei den Betrugstaten über die Platt-form „Kleiderkreisel“ und der für eine jugendliche Ersttäterin außergewöhnlich hohe wirtschaftliche Gesamtschaden eine Rolle. Daneben hatte die Angeklagte im laufenden Strafverfahren durch die Vorlage des Durchschlags eines nicht ausgeführten Überweisungsträgers auch noch versucht, den Eindruck zu vermitteln, durch eine tatsächlich nicht erfolgte Einzahlung bereits eine Teilwiedergutmachung geleistet zu haben. Zu Gunsten der Angeklagten konnte letztlich nicht gewertet werden, dass weitere dem Strafverfahren nicht zugrunde liegende Taschenverkäufe über das Konto der Mutter der Angeklagten, auf welches die Jugendliche Zugriff hatte, „rückabgewickelt“ wurden.

Die Entscheidung ist rechtskräftig. Aufgrund des jugendlichen Alters der Verurteilten erfolgt die Veröffentlichung ohne Aktenzeichen des Verfahrens.

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