Eröffnung des Hauptverfahrens wegen Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung „Ahrar al-Sham“

In dem Strafverfahren gegen den 29-jährigen syrischen Staatsangehörigen Ibrahim H. hat der 5. Strafsenat (Staatsschutzsenat) des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (OLG) mit Beschluss vom 04.02.2019 das Hauptverfahren eröffnet. Der Senat wird mit fünf Mitgliedern besetzt sein.

Nr. 09/2019

In der Anklageschrift vom 11.12.2018 wirft die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main dem Angeklagten vor, sich in dem Zeitraum 2013 bis 2014 an der ausländischen terroristischen Vereinigung „Harakat Ahrar al-Sham al-Islamya“ („Islamische Bewegung der Freien Männer Großsyriens“, kurz „Ahrar al-Sham“) als Mitglied beteiligt und die tatsächliche Gewalt über Kriegswaffen ausgeübt zu haben. Bei der „Ahrar al-Sham“ handelt es sich um eine Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, unter Inkaufnahme auch ziviler Opfer die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad gewaltsam zu stürzen, um eine Gesellschaft unter dem Gesetz des Islam zu errichten und dabei die strengen Regeln der Scharia nach fundamental-islamistischen Grundsätzen einzuführen.

Dieser Vereinigung soll sich Ibrahim H. in seiner syrischen Heimat angeschlossen und als Kämpfer zur Verfügung gestellt haben, wobei er auch ein Schnellfeuergewehr vom Typ Kalaschnikow besessen haben soll. Zudem habe er sich vor einem Flugabwehrgeschütz sowie an einer Maschinenkanone fotografieren lassen, die auf einen Pickup montiert war.

Der Angeklagte reiste über die sog. Balkan-Route im September 2015 nach Deutschland ein und hielt sich zunächst in der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen sowie in einer Flüchtlingsunterkunft in Viernheim auf. Nachdem er das Bundesgebiet wieder verlassen und sich zurück nach Syrien begeben haben soll, reiste er erneut am 20.02.2018 über den Frankfurter Flughafen nach Deutschland ein. Hier wurde der Angeklagte aufgrund zwischenzeitlich durchgeführter Ermittlungen vorläufig festgenommen. Mit Beschluss vom 21.02.2018 wurde er in Untersuchungshaft genommen, deren Vollzug weiterhin andauert.

Die Hauptverhandlung wird am 04. März 2019, 10.00 Uhr, im Saal II des Gerichtsgebäudes E, Hammelsgasse 1, Frankfurt am Main, beginnen. Weitere Verhandlungstermine sind anberaumt auf 07.03.2019, 14.03.2019, 04.04.2019, 08.04.2019, 11.04. 2019, 02.05.2019, 16.05.2019, 07.06.2019, 11.06.2019 sowie 13.06.2019 und danach jeden weiteren Dienstag und Donnerstag bis zum Ende des Verfahrens.

Die sitzungspolizeiliche Verfügung wird über die Homepage des OLG, Rubrik Terminvorschau, bekanntgegeben.

OLG Frankfurt am Main, Aktenzeichen 5 – 2 OJs 6/18 – 5/18

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