Insolvenzverfahren betreffend die Gesellschaften der deutschen Thomas Cook Unternehmensgruppe

Amtsgericht Bad Homburg v.d. Höhe führt erfolgreich Gläubigerversammlungen im Insolvenzverfahren betreffend die Gesellschaften der deutschen Thomas Cook Unternehmensgruppe durch.

In der Zeit vom 27.01.2020 bis 12.02.2020 hat das Amtsgericht Bad Homburg v.d. Höhe insgesamt 7 Gläubigerversammlungen betreffend die Thomas Cook Unternehmensgruppe erfolgreich in Zusammenarbeit mit den Insolvenzverwaltern durchgeführt.

Drei Gläubigerversammlungen konnte das Gericht mit eigenem Personal und Mitteln im Gerichtsgebäude durchführen. Vier Gläubigerversammlungen wurden wegen der großen Zahl an teilnehmenden Gläubigern im Kongresscenter Bad Homburg abgehalten.
Für die Durchführung dieser Großveranstaltungen außerhalb des eigenen Gerichtsgebäudes wurde Personal aus allen Abteilungen des Gerichts mobilisiert. Die Mitarbeiter zeigten dabei ein außerordentliches Maß an Einsatz und Bereitschaft zur Unterstützung. Darüber hinaus erhielt das Amtsgericht Bad Homburg v.d. Höhe für diese Termine tatkräftige Unterstützung aus der hessischen Justiz: zusätzliche Wachtmeister des Landgerichts Frankfurt am Main sowie Rechtspfleger mehrerer anderer Gericht halfen bei der Durchführung der Versammlungen.

Bei den Gläubigerversammlungen handelte es sich um sog. Berichtstermine, in denen der jeweilige Insolvenzverwalter über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und zur Ursache des Verfahrens berichtet. Der Berichtstermin diente zugleich der Entscheidung der Gläubiger über die Beibehaltung der durch das Insolvenzgericht jeweils im Eröffnungsbeschluss bestimmten Person des Insolvenzverwalters. Auf allen Gläubigerversammlungen wurden die mit den Eröffnungsbeschlüssen bestimmten Insolvenzverwalter bestätigt.

Die einzelnen Insolvenzverfahren betreffend die Thomas Cook Unternehmensgruppe befinden sich nunmehr in der sog. Prüf- und Verwertungsphase. Gläubiger können gleichwohl in allen Insolvenzverfahren weiterhin Forderungen bei den Insolvenzverwaltern anmelden. Die Prüfung der angemeldeten Forderungen erfolgt in allen Insolvenzverfahren in einem schriftlichen Verfahren.

Das Insolvenzverfahren betreffend die Thomas Cook Unternehmensgruppe ist das größte Insolvenzverfahren, das bislang bei dem Amtsgericht Bad Homburg v.d. Höhe durchgeführt wurde.

Zum Vergleich: Die Anzahl an beteiligten Gläubigern in den Insolvenzverfahren betreffend die Thomas Cook Unternehmensgruppe ist mindestens 40-mal so groß wie die Anzahl der Gläubiger des Insolvenzverfahrens betreffend die Aero Lloyd GmbH im Jahr 2003 mit ca. 7000 Gläubigern, dem bislang größten und in seiner Bedeutung vergleichbaren Insolvenzverfahren.

Wegen der großen Zahl an Gläubigern ist das Amtsgericht bestrebt, das Verfahren digital, d.h. möglichst papierlos, zu führen und lotet damit – zusammen mit den Insolvenzverwaltern – alle Möglichkeiten einer modernen, elektronisch geführten Justiz aus.

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecherin: Frau Dr. Kerstin Wierse
Telefon: 06172 405-0
E-Mail: verwaltung@ag-badhomburg.justiz.hessen.de