Urteil im Prozess wegen Totschlags in Hünfeld

Heute ist vor der 2. Strafkammer – große Jugendkammer – des Landgerichts Fulda im Prozess wegen tödlicher Messerstiche in der Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Hünfeld das Urteil verkündet worden. Das Gericht hat den 18 Jahre alten Angeklagten wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von 4 Jahren und 9 Monaten verurteilt.

Aufgrund der Beweisaufnahme, insbesondere den überwiegend geständigen Angaben des Angeklagten, stand zur Überzeugung der Kammer fest, dass der Angeklagte den Geschädigten am 04.07.2017 in der Unterkunft aufgrund eines im März erfolgten Übergriffs zu Lasten des Angeklagten zur Rede stellen wollte. Hierbei führte der Angeklagte ein Messer mit sich. Als der Geschädigte dem Angeklagten das Messer entwinden wollte, stach der Angeklagte aus Angst davor, der Geschädigte könne ihn angreifen, sofern er in den Besitz des Messers gelangen sollte, zweimal zu. Einer der Stiche drang bis in eine Herzkammer vor, was letztendlich zum Herzstillstand führte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Jugendstrafe von 6 Jahren und 6 Monaten beantragt, die Verteidigung hatte ausgehend von Schuldunfähigkeit sowie Notwehr Freispruch beantragt.

Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft können binnen 1 Woche Revision einlegen. 

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