Verfahren wegen Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Körperverletzung und Beleidigung

Am 28.01.2021 hat sich ein 64-jähriger Wiesbadener vor dem Amtsgericht Wiesbaden wegen Gefährdung und Verletzung eines Radfahrers zu verantworten.

Am Tattag, dem 19.05.2020, habe der Angeklagte, so die Anklageschrift vom 28.08.2020, mit seinem PKW die Stollbergerstraße in Wiesbaden befahren. Vor der Kreuzung Ecke Ostring hätten 3 Radfahrer vor der roten Ampel gewartet. Hinter den Radfahrern habe sich der Angeklagte befunden.

Nach Umschalten der Lichtzeichenanlage seien die drei Zeugen zunächst nebeneinander hergefahren, was den Angeklagten zum mehrfachen Hupen und zu der Bemerkung gegenüber einem der Zeugen veranlasst habe, „er könne ihm den Sattel ins Arschloch stecken“.

Der Geschädigte sei auf die Beschimpfung des Angeklagten nicht eingegangen und habe seine Fahrt fortgesetzt. Nach Bemerken, dass die beiden anderen Radfahrer bereits in eine Straße abgebogen waren, wendete der Geschädigte, was auch der Angeklagte tat und den 3 Radfahrern folgte.

Nachdem sich der Angeklagte mit seinem PKW vor den Radfahrern befunden habe, habe er sein Fahrzeug abrupt bis zum Stillstand abgebremst, was den Geschädigten zu einem Ausweichmanöver zwang um eine Kollision zu vermeiden, so der Anklagevorwurf.

Der Angeklagte habe die Absicht verfolgt den Geschädigten zu stoppen, weshalb er seine Fahrertür geöffnet habe. Hierdurch sei der Geschädigte gezwungen gewesen nach links auf den Bordstein auszuweichen.

Das Ausweichmanöver habe dazu geführt, dass der Geschädigte gestürzt sei und Prellungen, Blutergüsse sowie Schulterschmerzen erlitten habe. An dem Fahrrad des Geschädigten sei ein Sachschaden in Höhe von 7000 Euro entstanden.

Die Tat des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in der Absicht einen Unglücksfall herbeizuführen, stellt ein Verbrechen dar. Das Gesetz sieht hierfür eine Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsstrafe vor.

Die Hauptverhandlung findet am 28.01.2021 um 13:00 Uhr, auf Saal 0.003 statt.

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