Ehescheidung

Eine Ehe (verschieden- oder gleichgeschlechtlich) kann geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Das wird dann vermutet, wenn die Ehegatten mehr als 1 Jahr getrennt leben und beide geschieden werden wollen oder wenn nur ein Ehegatte die Scheidung will und die Ehegatten 3 Jahre getrennt gelebt haben.

Die örtliche Zuständigkeit für die Scheidung richtet nach § 122 FamFG. Ausschließlich zuständig in folgender Reihenfolge ist:

  1. das Gericht, in dessen Bezirk einer der Ehegatten mit allen gemeinschaftlichen minderjährigen Kindern seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat;
  2. das Gericht, in dessen Bezirk einer der Ehegatten mit einem Teil der gemeinschaftlichen minderjährigen Kinder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, sofern bei dem anderen Ehegatten keine gemeinschaftlichen minderjährigen Kinder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben;
  3. das Gericht, in dessen Bezirk die Ehegatten ihren gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt zuletzt gehabt haben, wenn einer der Ehegatten bei Eintritt der Rechtshängigkeit im Bezirk dieses Gerichts seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat;
  4. das Gericht, in dessen Bezirk der Antragsgegner seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat;
  5. das Gericht, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat;
  6. das Amtsgericht Schöneberg in Berlin.

Zusammen mit der Ehescheidung muss im Normalfall der Versorgungsausgleich geregelt werden. Hierbei werden die während der Ehe erwirtschafteten Ansprüche der Ehegatten auf Altersversorgung ermittelt, verglichen und jeweils hälftig geteilt.

Auf Antrag können gemeinsam mit der Ehescheidung noch weitere Regelungen zu Streitpunkten erfolgen. Solche sogenannten Folgesachen können sein:

  • Regelung des Unterhaltes von Ehegatten und Kindern
  • Regelung der elterlichen Sorge und des Umgangs
  • Regelung des Zugewinnausgleichs, sofern die Ehepartner im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben, was immer dann der Fall ist, wenn man keinen anderen Güterstand beim Notar vereinbart hat. Zur Berechnung eines eventuellen Zugewinnausgleichsanspruches wird das Anwachsen des Vermögens jedes Ehegatten zwischen dem Tag der Eheschließung und dem Tag der Zustellung des Scheidungsantrages ermittelt. Derjenige Ehegatte, der den höheren Wertzuwachs hat, muss die Hälfte davon dem Anderen auszahlen.
  • Regelung der Rechte an der Ehewohnung und an den Haushaltsgegenständen. Sofern eine Aufteilung der Haushaltsgegenstände noch nicht erfolgt ist und/oder Streit über die frühere gemeinsame Wohnung besteht, kann dies ebenfalls zusammen mit der Ehescheidung geregelt werden.